
Warum das „innere Kind“im Meeting immer dabei ist.
Ihre Mitarbeitenden sind erwachsen. Deren Kindheit sitzt trotzdem mit im Meeting.
Wir sprechen viel über Fachkräftemangel, Qualifikation und Berufserfahrung.
Wenig darüber, was Menschen aus ihrer Kindheit mit zur Arbeit bringen.
Wer früh gelernt hat, dass Widerspruch Ärger bedeutet, sagt auch mit 35 vielleicht lieber Ja, obwohl er anders denkt.
Wer für Fehler beschämt wurde, versucht später Fehler zu verstecken.
Wer Anerkennung nur für Leistung bekam, arbeitet weiter, obwohl längst eine Grenze erreicht ist.
Sie können also eine fachlich brillante Person vor sich haben und trotzdem erleben: Sie zieht sich zurück, sichert sich übermäßig, weicht Konflikten aus oder geht bei Kritik sofort in die Verteidigung.
Das sagt nichts über ihre fachliche Kompetenz aus.
Menschen bringen mehr mit als ihren Lebenslauf.
Wenn Sie wollen, dass Menschen Verantwortung übernehmen, ihre Meinung sagen und Fehler früh ansprechen, reicht es nicht, ihnen zu sagen, dass sie das dürfen.
Sie müssen erleben, dass es wirklich sicher ist.
Dass ein Nein vollkommen OK ist.
Dass eine andere Meinung kein persönlicher Angriff ist.
Dass ein Fehler nicht den eigenen Wert infrage stellt.
Die Qualität von Führung zeigt sich daran:
Was dürfen Menschen in Ihrer Gegenwart sagen, ohne Angst vor Ihrer Reaktion haben zu müssen?
Manchmal ist der stillste Mitarbeiter im Raum nicht deshalb so ruhig, weil er nichts zu sagen hat.
Sondern weil er vielleicht sehr früh gelernt, wann es besser ist, still zu sein.
Herzliche Grüße
Astrid Winderl
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