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🧠 Stellen Sie sich vor, was mir diese Woche passiert ist …

26. Juni 2025

Ich unterhalte mich in der Pause einer Veranstaltung mit einem gestandenen Unternehmer. Nennen wir ihn Uwe.

Über 200 Mitarbeitende. Erfolgreiches inhabergeführtes Unternehmen. Strukturiert, diszipliniert, strategisch. Einer, der’s „geschafft hat“ und zu Recht stolz darauf ist.

Er berichtet von seiner Art der Führung (Typ der autoritäre Chef, der ein Herz für seine Mitarbeitenden hat), und fragt mich um meine Meinung. Mir ist klar, dass diese Frage eher rhetorisch ist und er „nur“ eine Bestätigung möchte. Aber in dem Moment, in dem ich ihm vorsichtig ein wertschätzendes, sachliches Feedback gebe, kippt die Stimmung.

Sein Blick verengt sich. Die Körpersprache wird hart. 😠
Er lehnt sich zurück, verschränkt die Arme und sagt:
👉 „Ich sehe das komplett anders. Das stimmt so nicht!“
(Und ich habe NICHTS Persönliches gesagt.)

Vielleicht kennst Du solche Momente auch – in denen ein Gespräch plötzlich eine ganz andere Richtung nimmt.

Was dann folgte: Schuldzuweisungen. Vorwürfe. Du-Botschaften.
Die Verantwortung liegt – natürlich – bei den anderen:
dem Team, den Umständen, dem Markt, seiner Assistentin, der neuen Führungskraft.

Was auffällt:
🔹 Er sieht, was fehlt – aber nicht, was funktioniert.
🔹 Er spricht über Fehler – aber nicht über Entwicklung.
🔹 Er hört zu – aber nicht hin.

Mich hat das ehrlich gesagt kurz sprachlos gemacht.

Nicht, weil ich das nicht schon oft erlebt habe – sondern weil es mich immer wieder berührt. Und aus diesem Grunde möchte ich diese Begegnung auch mit Euch teilen.

WAS PASSIERT DA?

Warum reagiert jemand so empfindlich auf Rückmeldung, obwohl es doch eigentlich um Weiterentwicklung geht?
Warum ist der Wunsch nach Kontrolle oft stärker als der Wunsch nach Veränderung?

➡️ Ich glaube, weil es in der Wahrheit um etwas Tieferes geht:
Die Angst, anders zu wirken (oder vielleicht sogar zu sein 🤔), als man selbst glaubt zu sein.
Der berühmte blinde Fleck zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

Übrigens: Es hat mich nicht gewundert, dass Uwe von Coaching nichts hält – für ihn ist das alles überflüssiger „Firlefanz“. Er hat schließlich immer noch alles selbst hinbekommen … zumindest glaubt er das.

Nur: Zu welchem Preis – und mit welcher Wirkung auf andere?

Herzliche Grüße
Astrid Winderl

 

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