Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: Führungskultur

So vergraulen Sie garantiert Ihre besten Mitarbeiter:innen…

Sie verlieren Ihre besten Mitarbeiter:innen selten der Konkurrenz wegen. 

Als Führungskraft merken Sie oft erst viel zu spät, dass sich jemand innerlich verabschiedet hat.

Der Mitarbeitende ist zwar noch da.
Er oder sie erledigt alle Aufgaben.
Lächelt höflich im Meeting.
Aber das Engagement, die Ideen und die Begeisterung sind längst verschwunden.

Es beginnt, wenn Leistung selbstverständlich wird und nur noch Fehler auffallen.

Wenn immer dieselben Menschen die größten Herausforderungen übernehmen, „weil sie eben zuverlässig sind“.
Aus Anerkennung wird Erwartung.
Aus Motivation wird dann Belastung.

Wenn Überstunden mehr Anerkennung bekommen als gesunde Leistung, haben Sie kein engagiertes Team.
Sie bauen eines auf, das früher oder später ausbrennt.

Wenn dann auch die neuen Kolleg:innen bessere Bedingungen bekommen als diejenigen, die das Unternehmen seit Jahren mittragen, ist das ein NO GO.

Last but not least, wenn Sie immerzu Offenheit fordern, Kritik aber als Angriff verstehen.
Klar entscheidet sich dann Ihr Team, lieber zu schweigen.

Viele Führungskräfte glauben, Mitarbeitende kündigen wegen des Gehalts.

In den meisten Fällen kündigen sie, weil sie keine Perspektive mehr sehen, sich nicht ernst genommen fühlen oder den Eindruck haben, dass ihre Leistung keinen Unterschied macht.

Menschen verlassen selten Unternehmen, in denen sie wachsen können, Vertrauen erleben und wissen, dass ihr Einsatz gesehen wird.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, wie Sie neue Mitarbeitende gewinnen.

Die entscheidende Frage ist: Was tun Sie heute, damit Ihre Besten morgen noch da sind?

Denn eine Kündigung kommt selten überraschend.

Die Warnzeichen waren schon lange sichtbar. Welche Signale werden Ihrer Meinung nach von Führungskräften am häufigsten übersehen?

Herzliche Grüße
Astrid Winderl

Das würde ich als Führungskraft NIEMALS tun

Ich würde niemals meinen eigenen Stress an meinem Team auslassen.
Führung bedeutet, Druck zu steuern, nicht ihn weiterzugeben.
Ihre Mitarbeitenden sind keine Projektionsfläche für einen schlechten Tag.

Ich würde niemandem ein schlechtes Gewissen machen, weil er offen sagt, dass die Belastung zu groß wird.
Wer seine Grenzen anspricht, denkt nicht nur an sich. Er schützt die Qualität der Arbeit und oft das ganze Team.

Ich würde nie nach einem Schuldigen suchen, wenn etwas schiefläuft.
Mich interessiert, warum ein Fehler entstanden ist und wie wir verhindern, dass er noch einmal passiert.
Genau so entsteht eine Kultur, in der Menschen Verantwortung übernehmen.

Ich würde nie glauben, dass ein einfaches „Bitte“ oder „Danke“ unwichtig ist.
Respekt zeigt sich nicht in großen Reden, sondern in den kleinen Momenten des Arbeitsalltags.

Ich würde niemanden tagelang auf Feedback warten lassen.
Wer keine Rückmeldung bekommt, arbeitet im Zweifel, trifft unsichere Entscheidungen oder verliert irgendwann die Motivation.

Und ich würde niemals denken, dass mich mein Titel automatisch zu einer guten Führungskraft macht.
Menschen folgen keiner Position. Sie folgen Menschen, denen sie vertrauen.

Welche Verhaltensweise hat Ihrer Meinung nach in guter Führung keinen Platz?

Herzliche Grüße
Astrid Winderl