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Monat: April 2024

Lässt sich Persönliches & Berufliches überhaupt strikt trennen? Teil 2

„Ein integriertes Leben bedeutet die Bewusstheit, dass unsere persönlichen Werte und Überzeugungen unsere beruflichen Entscheidungen und Handlungen leiten.“

nach ARIANNA HUFFINGTON

Ich hatte Ihnen letztens von der Führungskraft Barbara erzählt, die sich über den mäßigen Erfolg ihrer „klaren und direkten“ Kommunikation von Erwartungen an ihre Mitarbeiter:innen wunderte. Die sich das überhaupt nicht erklären kann, obwohl sie doch alles „richtig“ macht.

Sie kennen sicherlich auch Führungskräfte oder Kolleg:innen, die ebenfalls überzeugt davon, völlig im Recht zu sein, anderen sehr deutlich zurückmelden, was sie gerade wieder falsch gemacht haben, ggfs. auch ungefragt. Loben oder Anerkennung gibt es dagegen eher wenig. Überprüfen Sie bei sich! Was löst das bei Ihnen aus?

Barbara jedenfalls war sich der Wirkung ihres Verhaltens auf ihre Mitarbeiter:innen nicht bewusst. Es fällt ihr schwer zu glauben, dass Menschen, je nach Persönlichkeit, mit Angst (schon wieder „nichts richtig gemacht zu haben“) oder Trotz („Der kann man ja sowieso nichts recht machen!“) auf ihr Verhalten reagieren, meist gepaart mit Motivationsverlust, abnehmendem Engagement und sinkender Leistung, den von ihr beschriebenen „mäßigen“ Ergebnissen.

Zugleich tut sie sich sehr schwer, sich von ihrer verinnerlichten Überzeugung zu verabschieden, dass Menschen am besten durch Kritik lernen, „weil sie sich dann mehr anstrengen, es beim nächsten Mal besser zu machen!“ Es lag daher nahe, sich ihren Glaubenssätzen vertieft zu widmen.
Nebenbei arbeiten wir auch am Thema „Ressourenorientierung“ 😉.

An Barbaras Beispiel wird deutlich, dass sich Persönliches (innere Überzeugungen) und Berufliches (Verhalten im Außen) nicht trennen lassen. Ich halte nichts von oberflächlichem Löschen von Feuer, ohne nach der Ursache, dem Brandherd zu suchen.

Selbstverständlich entscheiden die Coachees selbst, wie viel sie von sich zeigen wollen. An deren speziellen Anliegen arbeiten wir dann gemeinsam und ganzheitlich.

Wie ist es mit Ihnen? Melden Sie sich jetzt zu einem kostenlosen Erstgespräch oder sichern Sie sich eines meiner Kennenlernangebote (Stress & Resilienz, Konfliktmanagement oder Glaubenssätze) unter astrid.winderl@winderl-partner.de.

Herzliche Grüße
Astrid Winderl

Lässt sich Persönliches & Berufliches überhaupt strikt trennen?

„Ein integriertes Leben bedeutet die Bewusstheit, dass unsere persönlichen Werte und Überzeugungen unsere beruflichen Entscheidungen und Handlungen leiten.“

nach ARIANNA HUFFINGTON

Um die Antwort vorwegzunehmen: Nein! Nach meiner Erfahrung nicht. Das ist wie bei den Aussteiger:innen, die nach Gomera ziehen. Die Umgebung ist eine andere. Doch sich selbst mit ihren Einstellungen, Glaubenssätzen, Erfahrungen etc. nehmen sie mit.

Das Berufliche vom Persönlichen zu trennen ist, als würde man ein Feuer getrennt vom Brandherd betrachten und behandeln. Ich arbeite ganzheitlich. Das beinhaltet auch das Arbeiten an persönlichen Themen, da sie unser berufliches Handeln beeinflussen, wie bei Barbara.

Ich arbeite mit ihr seit ein paar Monaten im Coaching. Sie hat vor ca. vier Jahren ihre Führungsaufgabe übernommen und sich darauf gründlich durch den Besuch einiger Fortbildungen vorbereitet. Was den Einsatz geeigneter Führungstools anbelangt, kennt sie sich aus. Dennoch stößt sie bei ihren Mitarbeiter:innen immer wieder an Grenzen. Aus ihrer Sicht kommuniziert sie klar und eindeutig, was sie von ihnen erwartet und ist regelmäßig von den „mittelmäßigen“ Ergebnissen enttäuscht. Das melde sie „natürlich“ ebenso klar und eindeutig zurück. Ohne nennenswerten Erfolg, eher im Gegenteil. Sie kann sich das nicht erklären. Sie mache doch alles „richtig“!

Barbara ist verbindlich, verlässlich und eine Frau, die sehr direkt kommuniziert. Sie hat eine klare Vorstellung von richtig und falsch („Wieso, ist doch klar?!“), eine Tendenz zu polarisieren („Entweder – oder!“) und sie bewertet häufig „falsche“ Verhaltensweisen anderer. Barbara gehört zu den Menschen, die sich nicht über eine gelungene Präsentation freuen können, wenn sie darin einen Tippfehler entdeckt haben. Sie findet es völlig in Ordnung, Menschen auf ihre Fehler hinzuweisen, wenn es sein muss, auch ungefragt, „Das ist doch normal!“. Nur aus Fehlern könnten Menschen schließlich lernen, davon ist sie überzeugt. In ihrem Privatleben verhalte sie sich selbstverständlich ebenso.

Zu welchen Konsequenzen das führen kann und wie wir daran arbeiten, berichte ich das nächste Mal.

Kommt Ihnen das bekannt vor? Dann melden Sie sich jetzt zu einem kostenlosen Erstgespräch unter astrid.winderl@winderl-partner.de

Herzliche Grüße
Astrid Winderl

Sollte man nicht Privates und Berufliches strikt trennen?

„Integration von beruflichen und persönlichen Aspekten führt zu einem erfüllten Leben.
Nur wenn wir unsere Werte in allen Bereichen unseres Lebens leben, können wir wahre Erfüllung finden.“

DEEPAK CHOPRA

Ich werde immer wieder gefragt, warum ich in meinen Posts auch Beispiele oder Geschichten aus meinem privaten Alltag wähle. Zum Beispiel der Post letzte Woche über die Osterbesuche bei unseren Eltern.

Auf diese Frage gibt es keine „richtige“ Antwort. Das ist eine Frage der persönlichen Sichtweise, der inneren Haltung und des individuellen Werteverständnisses.

Hinter der Frage versteckt sich häufig die Idee, dass eine strikte Trennung dazu beitrage, die Effizienz am Arbeitsplatz zu steigern, da es weniger Ablenkung gebe. Eine andere Idee betrifft eher das professionelle Image. Man mache sich dadurch weniger angreifbar und vermeide durch die Aufrechterhaltung der sog. professionelle Distanz mögliche Konflikte, die durch eine „Vermischung“ von persönlichen und beruflichen Themen entstehen könnten.

Abgesehen von privaten Themen, die uns an den Arbeitsplatz begleiten und die sich nicht einfach „abschütteln“ lassen, wie z. B. persönliche Krisen, Trennung, Krankheit, Schicksalsschläge etc., sind es manchmal auch die alltäglichen Sorgen, die uns nur schwer loslassen. Wir haben schlecht geschlafen, fühlen uns erschöpft, ein unnötiger Streit mit Partner:in, Tochter, Sohn kurz vor dem Aus-dem-Haus-gehen u.a.m.

Was spricht nun dafür, im beruflichen Kontext auch persönlichen Themen in angemessener Form Raum zu geben?

Indem wir uns zeigen, Sie als Führungskraft Ihre eigenen persönlichen Erfahrungen und Emotionen nicht nur zulassen, sondern auch teilen, wirken Sie authentisch und glaubwürdig. Sie wirken menschlich und zugänglich, insbesondere dann, wenn Sie auch bei Ihren Mitarbeiter:innen offen für persönliche Themen sind. Diese Haltung fördert ein positives Arbeitsklima und schafft ein Umfeld, in dem Mitarbeiter:innen sich unterstützt und wertgeschätzt fühlen. Dies wiederum fördert die Teamkultur und stärkt das Vertrauen der Mitarbeiter:innen in Sie als Führungskraft.

Wie sehen Sie das? Es interessiert mich sehr, wie Sie zu diesem Thema stehen! Melden Sie sich gerne bei mir unter astrid.winderl@winderl-partner.de.

Herzliche Grüße
Astrid Winderl

Carpe Diem!

„In der Gegenwart zu leben bedeutet, das Leben bewusst zu erfahren und jeden Moment als Geschenk zu betrachten.“

ECKART TOLLE

Ich verwende den Spruch hier im Kontext „Bewusstheit und Gegenwärtigkeit“. Indem wir uns bewusst auf den gegenwärtigen Moment einlassen, können wir uns selbst besser verstehen und unsere Beziehungen zu anderen vertiefen, indem wir ihnen unsere volle Aufmerksamkeit schenken und empathisch auf ihre Bedürfnisse eingehen.

Wir haben die Osterfeiertage genutzt, um unsere jeweilig verbliebenen Elternteile zu besuchen. Michel in Lothringen und meine Mutter in Heidelberg.

Michel ist körperlich noch fit. Er ist unternehmungslustig und immer noch ein Meister des französischen Kartenspiels „Belote“. Sein Kurzzeitgedächtnis lässt ihn inzwischen im Stich, doch er trägt es mit heiterer Gelassenheit, solange er gut essen und trinken kann 😋.

Bei meiner Mutter sieht es anders aus. Sie ist bettlägrig, wird zu Hause gepflegt und verabschiedet sich zunehmend körperlich wie geistig. Sie begeisterte sich für Fremdsprachen (z. B. japanisch) und ihre Bonsaizucht. Es „berührt“ sie nicht mehr. Dagegen freut sie sich sehr über Besuch und liebt es „dabei“ zu sein 🤗, auch wenn sie wenig spricht.

Wir nahmen auch diesmal die Zeit mit unseren Eltern sehr bewusst und dankbar wahr, wohl wissend, dass jede Begegnung die letzte sein könnte. Dennoch verlaufen die Treffen ohne Schwere, sondern ruhig, gelassen und mit viel Gelächter über alte Geschichten: „Weißt Du noch …?“ Da sind sie (und wir) in ihrer Welt.

Indem wir uns bewusst auf das Hier und Jetzt konzentrieren, können wir uns besser mit unseren Emotionen und Gedanken und denen anderer verbinden. Wir lösen uns damit von Sorgen über die Zukunft oder Grübeleien über die Vergangenheit. Dies ist von entscheidender Bedeutung für unser Wohlbefinden und unseren Umgang mit Stress und Resilienz.

Warum könnte das auch für Sie ein Thema sein? Führungskräfte sind häufig im „To-do-Modus“ und suchen nach praktischen Lösungen im „Außen“, während ihr Blick nach „Innen“ verstellt ist. Das führt dazu, dass sie selbst nicht bewusst und gegenwärtig im Hier und Jetzt sind und sich ihr Gegenüber oft nicht „wirklich“ gesehen oder gehört fühlt.

Herzliche Grüße
Astrid Winderl