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Erwartungen … Freund oder Feind?

21. September 2023

„Ein Schlüssel zum Erfolg liegt darin, die Erwartungen an andere loszulassen und die Verantwortung für sich selbst und das eigene Glück zu übernehmen.“

DENIS WAITLEY

Erwartungen begleiten uns unser ganzes Leben. Sie formen unsere Entscheidungen, Ziele, Träume. Mitunter sind sie auch der Motor, der unser Leben antreibt und es mit Spannung „würzt“.

Wir haben Erwartungen an uns selbst, an andere, Erwartungen in der Berufswelt, in Beziehungen, Freundschaften, Familie, an Liebespartner:innen, an die Zukunft, an die Gesellschaft u.v.a.m.

Erwartungen sind der Quell von Hoffnung, aber auch von Enttäuschungen. In meinen Workshops z.B. bezeichne ich die Abfrage von anstehenden (Lern-)Themen nicht als Erwartungsabfrage, sondern als Anliegenklärung. Das mag mancher als Semantik betrachten, doch ist in dem Begriff „Erwartung“ eben auch das Wort „warten“ enthalten. Ich fordere die Teilnehmer:innen auf, klar (und meist schriftlich) ihre Anliegen, ihre Erwartungen an den Workshop zu formulieren. … so ist auch deutlich leichter überprüfbar, ob die Erwartungen erfüllt wurden, oder auch nicht und was ggfs. noch ergänzt werden muss.

Neulich im Coaching war eine Führungskraft noch wahrnehmbar verärgert. Sie berichtete, dass eine junge Mitarbeiterin eine eher kleine Aufgabe übernommen habe und dann einfach, ohne die Aufgabe abzuschließen, pünktlich in den Feierabend gegangen sei. Seine Antwort auf meine Frage, was ihn daran ärgere: Es sei doch wohl selbstverständlich, dass man so kleine Aufgaben abschließe und nicht auf den nächsten Tag verschiebe. Das mache er schließlich auch so. Außerdem habe er das Arbeitsergebnis benötigt und nun müsse er auf morgen warten. Selbst machen sei doch wohl auch nicht (mehr) angesagt.

Auf die weitere Nachfrage, ob er der Mitarbeiterin kommuniziert habe, dass er deren Arbeitsergebnis benötige, um damit zu arbeiten und zwar noch am selben Tag, kam die bemerkenswerte Antwort: Nein, wozu? Darüber müsse man nicht reden, das sei doch wohl klar! Das müsste sie doch selber wissen.

Damit sind wir beim offensichtlichsten Problem bei Erwartungen. Wenn wir unsere Erwartungen nicht kommunizieren und diese dann nicht erfüllt werden, führt das nicht selten zu Frustration, Unzufriedenheit und Enttäuschung. Bei wiederholtem Auftreten kann das Druck und Stress auslösen und zu Konflikten führen. Was übrigens nicht in der Konsequenz bedeutet, dass kommunizierte Erwartungen quasi automatisch erfüllt werden. Doch das ist ein anderes Thema.

Wie sehen Sie das? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Melden Sie sich gerne zu einem Austausch oder geben Sie Feedback! 🙂

Herzliche Grüße
Astrid Winderl

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