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Der Typ nervt! Der macht mich wahnsinnig mit seiner Rechthaberei! Teil 2

16. November 2023

„Der Kluge lernt aus allem und jedem, der Normale aus seinen Erfahrungen und der Dumme weiss alles besser.“

SOKRATES

Beim letzten Mal habe ich von der Führungskraft Daniel berichtet und über seinen Umgang mit seinem Mitarbeiter Paul. Paul zeigt im Umgang Verhaltensweisen (sog. Rechthaberei und Besserwisserei), die viele – so auch Daniel – als herausfordernd erleben.

Daniel ist es zwischenzeitlich gelungen, eine Art Zugang zu Pauls Verhalten und damit auch zu ihm zu bekommen. Er wollte wenigstens versuchen zu verstehen oder eine Idee/These zu entwickeln, was der Hintergrund, die Ursache, das Motiv für ein Verhalten sein könnte, das er selbst als „schwierig und herausfordernd“ bewertet.

Das ist eine Herangehensweise, die er mit vielen Menschen teilt. Im Folgenden stelle ich deshalb eine Auswahl vor.

Selbstverständlich sind die Ursachen und Auslöser individuell sehr unterschiedlich.

Gar nicht so selten handelt es sich durch Vorbilder, Eltern oder Umfeld vorgelebtes erlerntes Verhalten: Man kann sich scheinbar durch rechthaberisches Verhalten Gehör verschaffen, sogar durchsetzen, also wird es nachgeahmt, es scheint zu funktionieren.

Doch es gibt auch andere Gründe:

  • Ego und Selbstwertgefühl. Das Selbstwertgefühl wird mit dem „Gefühl“ verknüpft, Recht zu haben. Als „Verlierer:in“ in einer Diskussion da zu stehen, verträgt sich damit nicht.
  • Unsicherheit und Selbstzweifel. Durch die Rechthaberei wird verschleiert, dass die Person etwas nicht weiß oder sich vielleicht sogar geirrt hat. Da Fehler eingestehen als Schwäche ausgelegt werden könnte, ersetzt Vehemenz die mangelnde Substanz.
  • Gesteigertes Geltungsbedürfnis. Rechthaberei entwickelt sich mitunter auch aus einem gesteigerten Geltungsbedürfnis. Wenn die Bestätigung (und Anerkennung) für die geäußerte Meinung ausbleibt, reagiert die Person mit besonderer Beharrlichkeit.
  • Macht und Kontrolle. Das Festhalten an der eigenen Position kann der Person eine Art Macht- und Kontrollgefühl vermitteln. Sie bleibt „Herr“ der Situation.

Kommt Ihnen das bekannt vor oder sind Sie vielleicht ganz anderer Meinung?

Melden Sie sich gerne zu einem Austausch oder geben Sie Feedback! 🙂

Herzliche Grüße
Astrid Winderl

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